Bestwiger Gemeinderat fordert weitere Schritte für Neubau der L776n bei Nuttlar
Bestwig/Nuttlar. Ihre gemeindliche Stellungnahme zum Neubau der B7n von Nuttlar bis Brilon nutzt die Gemeinde Bestwig, um auch die umgehende Weiterführung des Planfestellungsverfahrens zum Neubau der L776 Nuttlar/Evenkopf bis zum Zubringer A46 (B480n) einzufordern. Das haben jetzt die Mitglieder des Bestwiger Gemeinderates einstimmig beschlossen.
Hintergrund: Im Rahmen der Planungen zum Neubau der B7n kann die Gemeinde Bestwig zu den Umweltauswirkungen Stellung nehmen, soweit ihr Aufgabenbereich berührt wird. Vorschlag der Gemeindeverwaltung: In einer gemeindlichen Stellungnahme soll die geplante Baumaßnahme unterstützt – und ebenso Druck für die Fortsetzung des Planfeststellungsverfahrens zur L776n gemacht – werden.
Bei den Ratsmitgliedern traf dieser Vorschlag auf einhellige Unterstützung. Und mehr noch: CDU und SPD erinnerten an die jahrelangen Bemühungen von Politik und Verwaltung, durch einen Neubau der L776 vom Evenkopf bis zur B480n eine wirksame Entlastung für die verkehrsgeplagte Rüthener Straße in Nuttlar zu erreichen. Rückblende: Eigentlich sollte die L776n schon mit der Eröffnung der A46 fertig sein. Die Realität sieht anders aus: Allein das Planfeststellungsverfahren wurde erst im Jahr 2013 eingeleitet. Nach mehreren Einwendungen hat der Landesbetrieb Straßen.NRW mitgeteilt, dass das Bauvorhaben aufgrund fehlender Planungskapazitäten ruhen muss. Dieser “Dornröschenschlaf” dauert bis heute an: Auch nach der Eröffnung der A46 im Jahr 2019 sind bereits wieder Jahre vergangen, ohne dass es greifbare Fortschritte gibt.
Angefreundet haben sich die Ratsfraktionen mit diesem Zustand nie: Markus Sommer (CDU) erinnerte zum einen an die einstimmige Rats-Resolution aus dem Jahr 2016, in der eine Weiterführung des Planfeststellungsverfahrens gefordert wurde. Und zum anderen habe die CDU-Fraktion im Jahr 2021 eine geänderte Trassenvariante vorgeschlagen: Die Baumaßnahme sollte erst hinter der Forsthaus-Kurve beginnen. Damit könnte auf eine 800 Meter lange Ausbaustrecke vom Evenkopf zum Rocken, auf eine Großbrücke Eidmecketal, auf den Abriss des denkmalgeschützten ehemaligen Forsthauses und auf die Umlegung eines Wirtschaftsweges verzichtet werden. Straßen.NRW habe sich positiv dazu geäußert, so Markus Sommer – passiert sei gleichwohl nichts.
Für die SPD-Fraktion wies Michael Menke darauf hin, dass die Sozialdemokraten bereits im Jahr 2013 den damaligen Verkehrsminister Mike Groschek eingeladen hatten, um sich persönlich ein Bild der Situation zu machen. Gleichzeitig bedauerte er, dass es aufgrund der katastrophalen Verkehrssituation bereits einen Unfall mit einem Kind gegeben hat. Auch Judith Clancy (Bündnis 90 / Die Grünen) stimmte dem Vorschlag zu, Druck für die Fortführung des Planfeststellungsverfahrens zur L776n zu machen – für die Anlieger der Rüthener Straße sei der Stillstand “sehr ernüchternd und auch gefährlich”.
Einstimmig forderte der Gemeinderat in seinem Beschluss den Landesbetrieb Straßen.NRW auf, für weitere Fortschritte bei diesem Projekt schnellstmöglich eine Umplanung im Bereich der Forsthauskurve vorzunehmen, einen Erörterungstermin folgen zu lassen, um damit den Planfeststellungsbeschluss zu erreichen und somit letztendlich die Baumaßnahme L776n durchzuführen. Den Weiterbau der B7n – den eigentlichen Anlass für die Stellungnahme – bewertet die Gemeinde Bestwig positiv: Diese Verkehrstrasse sei sehr wichtig für die positive Entwicklung der Region. Die Fortführung der A46 als B7n diene der Bevölkerung und stärke den Tourismus und die Wirtschaft in der Region.