Bestwig: Auch 2025 robuste Finanzlage – statt Defizit rund 440.000 Euro Überschuss
Bestwig. Die Finanzlage der Gemeinde Bestwig präsentiert sich nach wie vor robust: So könnte das Jahresergebnis 2025 tatsächlich mit rund 440.000 Euro abschließen – statt wie im Haushaltsplan erwartet mit einem Defizit von rund 1,59 Millionen Euro. „Unterm Strich“ wäre das eine Verbesserung von rund 2,03 Millionen Euro. Das legen jedenfalls die Zahlen nahe, die Gemeindekämmerer Roland Burmann jetzt dem Gemeinderat präsentierte.
Immer im Herbst gibt es dort den so genannten „Finanzzwischenbericht“. Darin werden die finanziellen Entwicklungen des laufenden Jahres bis zum Jahresende hochgerechnet. Damit ist der Bericht erst einmal eine Prognose – aber derzeit seien auch keine Veränderungen absehbar, die in eine andere Richtung deuten, so Roland Burmann: „Es sind relativ erfreuliche Zahlen.“
Ein wichtiger Bestandteil: Die Gewerbesteuer fließt in der Gemeinde Bestwig noch üppiger als erwartet. Um 1,5 Millionen Euro liegen die tatsächlichen Zahlen über dem Ansatz des Haushaltsplans. Umgekehrt muss die Gemeinde Bestwig weniger Kreis- und Jugendamtsumlage an den Hochsauerlandkreis überweisen – dass die entsprechenden Hebesätze abgesenkt würden, war beim Beschluss des Gemeindehaushalts noch nicht bekannt. Auch muss die Gemeindeverwaltung für Zahlungen im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes rund 160.000 Euro weniger aufwenden als erwartet. Wegen der sehr positiven Liquidität brauchen auch keine Investitionskredite aufgenommen werden – so dass auch eine entsprechende Neuverschuldung vermieden werden kann.
Für die CDU-Fraktion verwies Markus Sommer darauf, dass die Gemeinde Bestwig nun schon im neunten Jahr nacheinander positive Jahresergebnisse erziele: „Es ist sehr erfreulich, dass die hervorragende Finanzsituation weiter anhält. Die mittlerweile auf rund 15 Millionen Euro angewachsenen Rücklagen eröffnen Handlungsspielräume für wichtige Aufgaben – zum Beispiel Sanierung oder Neubau der Feuerwehrhäuser. Gleichwohl sei eine restriktive Haushaltspolitik angesagt, so Markus Sommer – nach dem Grundsatz „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“
Auch SPD-Fraktionschef Paul Theo Sommer lobte die „finanzielle Stabilität der Gemeinde“. Der von ihm als „optimistisch“ bezeichnete Haushaltsansatz bei der Gewerbesteuer sei sogar noch übertroffen worden: „Es liegt an der Stärke der Bestwiger Unternehmen. Da funktioniert Wirtschaft.“ Doch auch jetzt sei Haushaltsdisziplin angesagt, so Paul Theo Sommer: „Das Pendel kann auch wieder zur anderen Seite ausschlagen.“
Katja Seidel, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen, mahnte an, dass Unternehmen, die Gewerbesteuer zahlen sollen, auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen, die im Gemeindegebiet Wohnraum finden sollten. Dies sei derzeit nicht einfach – die Gemeinde Bestwig müsse daher noch mehr Maßnahmen zur Schaffung neuen Wohnraums treffen.
Bürgermeister Ralf Péus wies darauf hin, dass der Haushalt 2025 nicht nur Einnahmen, sondern auch Aufwendungen in Rekordhöhe enthalte – und zwar in der Größenordnung von 29 bis 30 Millionen Euro. Seit Beginn seiner Amtszeit hätten sich diese Summen nahezu verdoppelt. Ob weitere Steigerungen möglich seien, halte er persönlich für fraglich, sagte Ralf Péus: „Wir sollten sehen, dass wir diese Einnahmen möglichst so halten können“ – zumal viele Ausgaben durch Rat und Verwaltung kaum zu beeinflussen seien.
Einstimmig hatte bereits zuvor der Gemeinderat den Jahresabschluss 2024 verabschiedet – mit einem Jahresüberschuss von 5,96 Millionen Euro. Diese Summe stockt nun die so genannte „Ausgleichsrücklage“ der Gemeinde Bestwig auf – eine Art finanzieller Puffer, der künftig zum Ausgleich möglicher negativer Jahresergebnisse benötigt werden könnte.